29.01.2012 in Reden

Rede zum Tag des Gedenkens der Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar 2012

 

Am 27. Januar gedenken wir der Opfer des Nationalsozialismus. Zunächst der Opfer unter den Juden, aber auch aller anderen. Derer, die keine Wahl hatten, weil sie in Bausch und Bogen zu Opfern gemacht wurden, als Andersglaubende, Anderslebende, Andersliebende, Andersdenkende. Wir gedenken derer, die sich bewusst entschieden haben, gegen das barbarische Regime zu kämpfen und wussten oder ahnten, was ihnen bevorstehen kann. Wir gedenken jener, für die in einem bestimmten Moment das Maß erreicht war oder die Erkenntnis kam, dass es so nicht weitergehen durfte. Und auch derer, die durch bösen Zufall zu Gegnern wurden, weil vielleicht herauskam, dass sie den falschen Radiosender gehört hatten oder halblaut einen Witz gemacht hatten.
Wenn wir an diese Menschen denken, dürfen wir nicht vergessen, dass jeder davon eine eigene Persönlichkeit war, mit seiner Geschichte, seinen Gefühlen, seiner Angst und seiner Hoffnung.

 

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Susann Rüthrich

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Martin Dulig