„Meißen muss wissen, was es will“

Veröffentlicht am 05.01.2015 in Kommunales

In Meißen gibt es das Phänomen einer Kreisstadt, die an den ländlichen und gleichzeitig an den Ballungsraum anschließt, hier ziehen die guten Fachkräfte – auch Auszubildende – rasch in die wirtschaftlich stärkere Citylage ab. Gleichzeitig rücken durch Beschäftigungsmaßnahmen Teile der Landbevölkerung, die weniger verankert sind und auch deshalb oft soziale Probleme haben, in die Kreisstadt nach.

Die Manufaktur ist aus verschiedenen Gründen gegenwärtig kein Promotor für das Image der Stadt. Sie hat ihr territoriales Profil erkennbar verloren und verkoppelt die eigene Existenz nur noch begrenzt mit den verfügbaren Fachkräften vor Ort. Dieser Konflikt führt zu einer eher ungünstigen Lagebeurteilung.

Das Image einer Stadt hat vor allem für den Tourismus große Bedeutung. Wenn wirtschaftliche Unternehmungen nicht einmal den Herkunftsnamen frei verwenden dürfen, weil die Manufaktur damit Markenrechte verbindet, entsteht Unfrieden und der verhagelt das Stadtmarketing grundsätzlich. Die Stadt Meißen hat nach Paragraf 12 BGB das Recht zur Freihaltung ihres Namens zur Verwendung für alle Institutionen und Unternehmen. Eine Marke Meissen hätte es auf dieser Grundlage bei ordentlicher Prüfung durch das Europäische Patent- bzw. das Harmonisierungsamt für den europäischen Binnenmarkt überhaupt nicht geben dürfen. Wenn man sie nicht gänzlich löschen und damit wiederum Schaden für das Image heraufbeschwören will, sollte umgehend an eine Umwidmung zur Dach- und Gemeinschaftsmarke für jegliche in Meißen gefertigte manufakturelle Wertarbeit erfolgen. Wir können uns aussuchen, ob es bei der Annexion eines Stadtnamens für die Eigeninteressen eines Staatskonzerns bleibt, oder ob die Stores in China oder Kuwait zukünftig tatsächlich mit exzellenten Produkten aus Meißen gefüllt sind, auf denen dann berechtigt „Meissen“ steht. Mir fallen unendlich viele handwerkliche und kunsthandwerkliche Sparten ein, die dafür geeignet wären und nach Meißen gehören.

Bei der Finanzierung des Stadtmarketings kann man in keinem Fall das Flaggschiff des Außenauftritts – die Porzellanmanufaktur – unberücksichtigt lassen. Aber man muss auch wissen, was man in der Stadt will. Wer so gar nicht weiß, warum er – abgesehen vom Geldeintreiben – vorsah, eine Fremdenverkehrsabgabe oder Kurtaxe einzuziehen und diese bei etwas Gegenwind sofort wieder auf Eis legt, der hat mit dem darin offenbarten Etikettenschwindel nicht weniger Porzellan zerschlagen wie die Manufaktur selbst.

 

Dr. Helge Landmann
Fraktionsvorsitzender
Freie Bürger/SPD/Grüne im Meißner Stadtrat

 
 

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