Leserbrief zum Artikel "Asylbewerberheimen fehlt das Geld" vom 15. Dezember 2011 in der Sächsischen Zeitung

Veröffentlicht am 18.12.2011 in Kommunales

Dr. Oliver Beger

Ihren Artikel zum fehlenden Geld in Asylbewerberheimen kann ich nicht unkommentiert lassen.

Die Wut auf die Studie scheint vor allem auf den Rücken der Asylbewerber ausgelebt zu werden. Ich hoffe und denke, dass die verwunderliche Grundaussage des Artikels vor allem der Kürze der Zitate geschuldet ist. Wenn sich eine Mitarbeiterin der Betreiberfirma undifferenziert über gute oder nicht gute Asylbewerber auslässt, dann habe ich meine Bedenken, ob sie für diese sicherlich schwere Arbeit die notwendige Sensibilität aufbringt.

Es geht hier um Menschen, deren kurzfristige Perspektive nur eine Abschiebung ist und deren langfristige Perspektive die Zustände bedeuten, die Grund ihrer Flucht waren, seien es nun wirtschaftliche Gründe oder auch politische Gründe, die jedoch als Asylgrund in Deutschland nicht anerkannt werden.
Wenn der von mir geschätzte Herr Zimmermann sich über die Einstufung durch die Studie wundert, obwohl hohe Mittel zur Betreibung des Asylbewerberheimes eingesetzt werden, dann ist eine Überprüfung vor Ort notwendig, ob die Mittel ordnungsgemäß eingesetzt werden und alle Leistungen erbracht wurden. Gegebenenfalls müssen Schadensersatzansprüche gegen die Betreiberfirma geprüft, sowie die Frage geklärt werden, ob private gewinnorientierte Anbieter an dieser Stelle die richtigen sind, diese Aufgabe zu übernehmen.

Asylbewerber haben das Recht auf eine menschenwürdige Unterbringung auch in unserem Landkreis.

Dr. Oliver Beger
Fraktionsvorsitzender Freie Bürger/SPD im Stadtrat zu Meißen

 
 

Frank Richter

Martin Dulig

Susann Rüthrich

Susann Rüthrich

 

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