Die Meißner SPD steht an der Seite der Flüchtlinge und all jener, die ihnen helfen

Veröffentlicht am 04.07.2015 in Pressemitteilung

Der Ortsverein Meißen der SPD äußerte sich auf seiner heutigen (Freitag, 3. Juli 2015) Sitzung zu der mutmaßlich fremdenfeindlichen Brandstiftung vor einer Woche in Meißen:

„Unsere Stadt und ihre Bürgerinnen und Bürger dürfen nicht unwidersprochen hinnehmen, dass fremdenfeindliche oder verängstigte Leute anderen das Recht absprechen, in Meißen Schutz zu suchen. Nein, hinter den Hetzern und Brandstiftern steht keine schweigende Mehrheit! Aber es ist notwendig, dies immer wieder zu bekräftigen und sich an die Seite derer zu stellen, die hier Schutz suchen und derer, die sie unterstützen. Für uns Sozialdemokraten steht Menschlichkeit an erster Stelle, einfache, unbedingte Menschlichkeit.

Selbstverständlich muss überlegt werden, wie man ein vernünftiges Zusammenleben von Einheimischen und Zugezogenen, von dauerhaft und von zeitweilig hier Lebenden organisiert, wir werden mit Kompromissen und nicht endgültig zu lösenden Problemen leben lernen. Es geht nicht um Verklärungen oder Ideologie, es geht um Menschen und menschliche Beziehungen, die in unserer kleinen Stadt die große Welt spiegeln. In unserer wohlhabenden, auf ihre klugen technischen und organisatorischen Lösungen stolzen deutschen Gesellschaft sollte es möglich sein, dass dies gelingt, jeden Tag aufs Neue!

Wir Hiesigen haben uns 1989 entschieden für eine offene, demokratische, vielfältige Gesellschaft, gegen Uniformierung und Provinzialität – für Gleichheit und gegen Gleichmacherei. Diesen Geist von Offenheit, Neugier und Geschwisterlichkeit müssen wir auch heute erhalten oder doch zurückgewinnen. Zur erträumten weiten Welt gehört nicht nur Reisefreiheit bis Hawaii, sondern auch unser Anteil Verantwortung für das, was weltweit geschieht. Wir können nicht nur Nutzen ziehen, wir müssen auch helfen, Probleme zu lösen.

Gerade in einer Stadt wie Meißen, die sowohl vom Tourismus lebt als auch mit der Porzellanmanufaktur und anderen Betrieben von internationalen Handelsbeziehungen sollte Weltoffenheit selbstverständlich sein. Am vergangenen Sonntag bewegte sich ein bunter Bürgerumzug durch die Stadt. Dazu gehörte die Präsentation eines Schulprojekts, bei dem Schülerinnen und Schüler vier Weltreligionen symbolisch darstellten und wie diese miteinander auf unserer kleiner werdenden Welt leben. Dies entspricht dem Geist Meißens besser als dumpfer Hass, missgünstige Gleichgültigkeit oder schlechtinformierter Egoismus, der sich seine Vorurteile nicht nehmen lassen will. Wir dürfen der Engstirnigkeit keinen Raum geben, die uns belehren will, was zu uns, zu Meißen und Deutschland zu gehören habe. Wir dürfen uns auch nicht mit einem fröhlichen, toleranzversprechenden Umzug genügen lassen. Wir müssen Toleranz und Mitmenschlichkeit in den Alltag tragen.

Keine Toleranz aber dürfen wir üben mit der Intoleranz, sei es die der Täter oder die der Hetzer!“

 
 

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Martin Dulig