Buntes Meißen – Mehr als bloß Zivilcourage

Veröffentlicht am 04.03.2022 in Allgemein

Unter dem Motto „Für Verantwortung, für Vernunft, für die Opfer der Pandemie“ lud das Bunte Meißen - Bündnis Zivilcourage wöchentlich montags vom 24.01. bis 07.02.2022 ein. Auf dem Marktplatz der Stadt Meißen wurde gemeinsam nach angemessenen Worten und Aktionen gesucht, die unserer gesellschaftlichen Verantwortung und dem Licht der Vernunft Raum gaben. Man freute sich auf die gemeinsame Musik und Redebeiträge.

So war es auch an dem 31.01.2022. Es wehte ein kalter Wind und die Luft war frostig, doch die Atmosphäre war locker und freundlich. Unter den Besuchern hatten sich nicht nur Schüler:innen, politisch engagierte Mitbürger:innen, sondern auch Sozialdemokrat:innen versammelt. Frank Richter (Landtagsabgeordneter), Christian Bartusch (SPD-Kreisvorsitzender), Susann Rüthrich (Kinder- und Jugendbeauftragte des Freistaates Sachsen) und Daniel Bahrmann (Stadtrat) waren einige von ihnen.

Die Gespräche verstummten, als Bernd Oehler (Vorsitzender der Initiative Buntes Meißen) nach vorne trat. Nach der Begrüßung folgte eine Schweigeminute für die Todesopfer der Pandemie. Fassungslosigkeit machte sich breit, als man sich an einzelne Spaziergänger erinnerte, die mit antijüdischen Schimpfwörtern nach einer Kundgebung ausfällig wurden.  Doch selbst an jenem Tag, vernahm man im Hintergrund die Trillerpfeifen und lauten Rufe. Die lockere Stimmung schlug ins Gegenteil um.

 

Die Situation bereitet uns große Sorgen

Verschwörungstheorien, Wut, Angst vor der Armut und Furcht vor Nebenwirkungen der Covid-Spritze. Es sind viele Gründe, die die Spaziergänger auf die Straße bewegen. Die Rufe nach Veränderungen werden immer lauter und viele sehen sich als friedliche Revolutionäre. Doch wieviel Frieden steckt in solchen Worten? Gerade, wenn sie sich mit antisemitischen Ausrufen mischen!

Uns Sozialdemokrat:innen bereitet es sehr große Sorge, dass sich unter die Spaziergänger zahlreiche Rechtsradikale mischen. Sachsen leidet zunehmend an Imageproblemen.  Es dürfen nicht der Fremdenhass und die rechte Szene sein, mit denen unsere Stadt in erster Linie assoziiert werden sollte, sondern unsere Gastfreundschaft, die wunderschöne Innenstadt und das Meißener Porzellan. Auch dürfen die unzähligen Coronatoten nicht so mit den Füßen getreten werden. Wir dulden kein unsoziales Verhalten.

 

Kritik und verschiedene Meinungen sind wichtig

Fakt ist, dass man nicht alle über einen Kamm scheren sollte. Kritik und verschiedene Meinungen sind wichtig in einer Demokratie, ganz egal, wie weit diese auseinanderklaffen. Doch dem Antisemitismus ist keinen Fußbreit Platz in unserer Stadt zu lassen! Wer sich selbst zum Opfer stilisiert und die wirklichen Opfer verhöhnt, stellt sich jenseits von Verantwortung. Wir wollen mit Verantwortung und Vernunft den Situationen begegnen, in die wir gestellt werden. Nicht als Opfer mysteriöser Mächte und Verschwörungsgläubige, sondern als freie und selbständige Menschen, die zivilcouragiert ihre Antwort auf die Fragen des Lebens suchen. Eine Meinung, die die Sozialdemokrat:innen mit den Bunten Meißen hundertprozentig teilen.

Ein weiterer Fakt ist, dass wir alle müde von den Coronaregeln sind. Jeder leidet. Kinder und Jugendliche insbesondere. Die Einsamkeit tut niemandem gut. Selbstständige leiden, die mit eigenen Händen ihr Unternehmen aufgebaut haben. Die Furcht wächst. Nicht nur vor dem Virus und die immer stärker werdenden Radikalisierung der Querdenkerbewegung, sondern auch vor der Zukunft. Das Gefühl der Ohnmacht nimmt uns in Besitz. Tief dringt sie in die Köpfe ein und weckt bei manchen üblen Gedanken. Mit ihr wächst der Hass und die Wut. Eine zerstörerische Wut, die sich gegen das System und alle seine Unterstützer richtet. 

 

Soziale Spaltung

Mordanschläge gegen Politiker und Journalisten werden geplant. Polizisten werden bedroht. Die soziale Spaltung zieht sich durch unsere Gesellschaft wie ein roter Faden. Und schlussendlich ist es das Pflegepersonal, das unter all dem Chaos zusammenbricht.

Pflegenotstand, Fallpauschale, niedrige Löhne, schlechte Arbeitszeiten und Arbeitsbedingungen und nun auch noch Corona. Es ist kräftezehrend, was tagtäglich die Menschen im Gesundheitswesen für unsere Gesellschaft leisten. Dennoch gibt es immer noch Leute, die hinter all dem eine riesige Verschwörung vermuten: Bill Gates. Die Pharmaindustrie. Geheimorganisationen. Und selbst bei einer tödlichen Erkrankung verschließen viele die Augen vor der bitteren Wahrheit.

Doch die Wut heilt keine Wunden und löst keine Probleme. Die Wut ist eine Strafe, die wir uns selbst für die Fehler eines anderen geben. Doch statt uns gegenseitig zu bekämpfen, sollten wir gemeinsam gegen Corona kämpfen. Denn, ob wir es wollen oder nicht, schlussendlich sitzen wir alle im selben Boot. Und auf ein Ende der Pandemie können wir erst hoffen, wenn jeder dazu beiträgt.

 

Das Gute hervorheben

Gerade in solchen Zeiten ist es besonders wichtig, das Gute hervorzuheben und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken. Viel zu wenig schenken wir den positiven Dingen Beachtung. Ist es daher nicht wichtiger, den Rücken der Menschen zu stärken, die sich seit Anbeginn der Pandemie solidarisch gezeigt haben? Die Abstand zu ihren Liebsten halten, ganz egal, wie schwer es ihnen fällt, und sich impfen lassen, statt nur von Nebenwirkungen zu sprechen! Sollten wir nicht hervorheben, dass bei Millionen von Menschen alles gut gegangen ist? Und, dass durch die Impfungen viele schwere Verläufe verhindert wurden?  

Doch leider ist es viel zu oft das Negative, das uns in Erinnerung bleibt.

Aus diesem Grund war es sehr wohltuend, den Klängen der Gitarre und Stimme von Bernd Oehler zu lauschen. Die Angst schwand und das Gemeinschaftsgefühl verstärkte sich. Der eigene Mut und die eigene Entschlossenheit wuchs durch die Worte von Schüler:innen, politisch engagierten Mitbürger:innen, die sich gegen die immer stärker werdende Spaltung der Gesellschaft einsetzten. Und schlussendlich ist es dieses wohltuende und wärmende Gefühl, das man mit nach Hause nahm und das einem in Erinnerung blieb.

Wir Sozialdemokrat:innen bedanken uns dafür herzlich bei euch. Respekt für euren Mut! Respekt für eure Solidität!  Respekt, dass ihr euch so für unsere Gesellschaft einsetzt!

 

Quellenangabe

Text: Jenny Garbe

Bild: Daniel Bahrmann  

 
 

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