Unser Gedenken an Willy Anker im Jahr 2010

Veröffentlicht am 16.01.2010 in Kommunales

In diesem Jahr erinnern wir uns an Willy Anker anlässlich seines 125. Geburtstags am 17.01.1895, seines 50. Todestags am 04.06.1960, und des 65. Jahrestags seines Aufrufs zur Befehlsverweigerung vom Rathausbalkon am 6. Mai 1945, dem Tag des Kriegsendes in Meißen.

VVN/BdA, die SPD und DIE LINKE gründeten eine Initiativgruppe zur Ehrung von Willy Anker.
Auch Peter Sodann, Prof. Dr. Dr. Dr. h. c. Gerhard Besier, Prof. Dr. Klaus Kinner sowie Ankers Enkelin Dr. med. Monika Rösler und weitere Persönlichkeiten unterstützen dieses Anliegen.

Willy Anker war von 1923 bis 1933/45 SPD-Ortsvorsitzender. 1933 im KZ Burg Hohnstein interniert, wurde er fortan überwacht und 1944 nach dem Hitler-Attentat erneut verhaftet. Sein Widerstandswillen blieb ungebrochen.

Aus einer Reihe von illegal tätigen Nazigegnern, die im April/Mai 1945 Unheil von Meißen abwenden wollten, traten Superintendent Herbert Böhme und der Sozialdemokrat Willy Anker unverhüllt offen hervor.
Am 27. April 1945 bat Herbert Böhme, begleitet von den Pfarrern F. Schroeter und K. Hoffmann sowie von Studienrat Dr. S. Lorenz, den NS-Bürgermeister Kaule und SS-Kampfkommandanten Voß, von der Verteidigung Meißens abzusehen. Vom NSDAP-Kreisleiter wurde er dafür zum Tode verurteilt, am 2. Mai zur Hinrichtung nach Dresden gebracht und am 7. Mai, weil die Rote Armee nahte, freigelassen. Die beiden Pfarrer und Dr. Lorenz entkamen ihrer Verhaftung.
Am 6. Mai 1945 verschaffte sich Willy Anker, begleitet vom jungen Nazigegner Friedrich Walter, Zutritt zur Ratssitzung über die nun befohlene Vollevakuierung und Verteidigung. Von einem Offizier mit sofortigem Standrecht bedroht, verlangte er den Verzicht auf diese Befehle. Anker ging noch einen Schritt weiter: Nachdem der Offizier den auf dem Markt wartenden Meißnern die sofortige Flucht befohlen hatte, rief Anker die Einwohner zur Befehlsverweigerung auf. Nur die plötzliche Abberufung des Offiziers rettete ihm das Leben. Die Flucht unterblieb. Kampflos zog die Rote Armee in Meißen ein.

1975 brachte man eine Gedenktafel an den 6. Mai 1945 am Rathaus an, auf der Anker jedoch politisch instrumentalisiert wurde und die Tat Herbert Böhmes unerwähnt blieb. Diese Tafel wurde 1991 entfernt. Das war nicht gegen Anker, sondern gegen seinen propagandistischen Missbrauch gerichtet.

Die Stadt dankte Herbert Böhme, indem sie 1987 eine Straße nach ihm benannte. Im Dom gibt es eine Gedenktafel an ihn.
Doch im Jahre 2006 verhinderten schwere Beschuldigungen gegen Willy Anker, die sich dann als haltlos erwiesen haben, ein erneuertes, wahrheitsgemäßes Gedenken an ihn, obwohl seine Tat vom 6. Mai 1945 einen letzten Anstoß zur Auflösung der Meißner NS-Herrschaft gab und viele Menschen davor bewahrte, auf einer Flucht ins Ungewisse manches Leid und vielleicht auch den Tod hinnehmen zu müssen.

Wir begrüßen daher das Vorhaben des Verwaltungsausschusses des Stadtrates, mit den Stadträten einen Beschluss über eine Gedenktafel für Willy Anker und Herbert Böhme vorzubereiten. Die VVN/BdA, die ihre Gründungsmitglieder Anker und Böhme vertritt,
schlägt vor, sie zum 6. Mai 2010 im Foyer des Rathauses anzubringen, wie es Ehrenbürger Helmut Reibig angeregt hatte.

Wir planen für Anfang Mai eine Veranstaltung, auf der u. a. neue Erkenntnisse über das dramatische Frühjahr 1945 vorgetragen werden sollen.
Unser Ortschronist Gerhard Steinecke wird eine Biographie Willy Ankers veröffentlichen.
Wir schlagen ferner vor, im Stadtmuseum eine Dauerausstellung über die Zeit von 1933-1945 in Meißen einzurichten.

Die Sprecher der Initiativgruppe:
Matthias Rost, Rudi Richter, Bernd Matthes und Andreas Graff

 
 

Alle Termine öffnen.

05.10.2022, 19:00 Uhr Save the date - „Zug um Zug“
Mit der Unterzeichnung des Vertrages zwischen dem Freistaat Sachsen und der Nossen-Riesaer Eisenbahn-Compaigne Gmb …

Frank Richter

29.09.2022 19:36 „DOPPEL-WUMS“ FÜR BEZAHLBARE ENERGIE
Mit einem gigantischen neuen Hilfspaket will Kanzler Scholz für sinkende Energiepreise sorgen. Das Ziel: Egal wie groß die Herausforderungen sind, Deutschland packt das – jede und jeder kommt gut durch den Winter. Die SPD-geführte Bundesregierung von Bundeskanzler Olaf Scholz spannt angesichts der steigenden Energiepreise einen 200 Milliarden schweren „Abwehrschirm“, mit dem die Menschen und Unternehmen… „DOPPEL-WUMS“ FÜR BEZAHLBARE ENERGIE weiterlesen

26.09.2022 17:36 Deutschland packt das. Mit 12 Euro Mindestlohn.
Gute Arbeit verdient einen anständigen Lohn. Das ist eine Frage des Respekts. Arbeit hat ihren Wert und ihre Würde. Olaf Scholz hat als Kanzlerkandidat klar gesagt: Wenn die SPD gewählt wird, wenn er Bundeskanzler ist, wird der Mindestlohn steigen. Dieses Wahlversprechen setzen wir jetzt um – wir erhöhen den Mindestlohn auf 12 Euro pro Stunde. Gleichzeitig… Deutschland packt das. Mit 12 Euro Mindestlohn. weiterlesen

26.09.2022 16:36 Welttourismustag: Tourismus neu denken
Mit dem diesjährigen Motto „Tourismus neu denken“ setzt der Welttourismustag der Welttourismusorganisation (UNWTO) neue Impulse für den Tourismus der Zukunft. „Der Welttourismustag setzt ein starkes Zeichen für die Bedeutung des weltweiten Tourismus. Wir unterstützen das Format, um gemeinsame Werte der Tourismuspolitik zu kanalisieren und ein internationales Verständnis für die Stärkung des Tourismus zu schaffen. Der… Welttourismustag: Tourismus neu denken weiterlesen

Ein Service von websozis.info

Unterstützen Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende!

Spendenkonto des SPD Ortsvereins Meißen und Umgebung:

   Empfänger: SPD-Ortsverein Meißen und Umgebung
   Institut: Kreissparkasse Meißen
   IBAN: DE81 8505 5000 3010 0461 70
   BIC: SOLADES1MEI

Gemäß Parteiengesetz bitten wir um Angabe Ihres Namens, Vornamens und Ihrer Anschrift. Vielen Dank!